Petrusbruderschaft Innsbruck
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Mentlberg
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Das volkssprachliche Kirchenlied ist ursprünglich eine Erscheinung des deutschsprachigen Raumes. In anderen europäischen Ländern entwickelte es sich häufig erst sehr verzögert und in Nachahmung dieses Vorbildes.

Wir wissen zwar, dass auch schon in den mittelalterlichen Kirchen unserer weiteren Heimat volkssprachliche Gesänge vorkamen, doch ist der Zusammenhang ihrer heutigen Gestalt mit der Reformation unverkennbar. Luthers Bibelübersetzung, obgleich nicht die erste deutschsprachige Heilige Schrift, hat mit ihrer unbestreitbaren Sprachgewalt mächtig auf die Sprachgestalt des Deutschen eingewirkt.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Lieddichtungen Luthers. Ihnen kam in der Verbreitung der Ideen der Reformation eine sozusagen mediale, popularisierende und auch propagandistische Funktion zu. 95 theologische Thesen waren eben doch ‚zu trocken’, das Volk, in seiner Masse zumal, zu begeistern. Die Neuausrichtung des christlichen Glaubens in Verstand und Gemüt ließ sich viel geschmeidiger über den Gesang verbreiten und im Volk in der gewünschten katechetischen Form und mit dem neuen Inhalt verankern.

Der Erfolg dieser Methode konnte nicht geleugnet werden. So machte die Gegenreformation sie sich zueigen und goss den von den Vätern ererbten, überlieferten katholischen Glauben ebenfalls in eine volksnahe, poetisch-musikalische Form. Hier exemplarisch zu nennen ist die Liedersammlung des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld aus dem 17. Jahrhundert, die den bezeichnenden Titel: Trutz-Nachtigall trägt.In diesen Gesängen geht es darum, auf eine ansprechend-gewinnende Weise – suaviter in modo – gerade die Wahrheiten des katholischen Glaubens zu be- und zu vertonen und – fortiter in re - zu bekräftigen, die der Protestantismus vor allem bestritten und verneint und worin er am meisten Verunsicherung gestiftet hatte: Das heilige Messopfer und das Altarsakrament, die Fürbittmacht und Verehrung Mariens und der Heiligen, die Verdienstlichkeit der guten Werke, um nur einzelne dieser inhaltlichen Schwerpunkte herauszugreifen.
Diese Tradition des deutschen, katholischen Kirchenliedes ist nicht ohne Einfluss auf die Entstehung der gemischten Kirchenchöre im katholischen Raum geblieben. Der Gregorianische Choral war zunächst der Gesang der Mönche. Liturgischer Gesang von Frauen außerhalb von Frauenklöstern nicht vorgesehen. Deshalb starb zum Beispiel der letzte Kastrat Roms, der sängerisch tätig gewesen war, erst im 19. Jahrhundert. Noch 1903 schloss der heilige Pius X. strenggenommen Frauen vom chorischen Kirchengesang aus.


Neben der Pflege des Gregorianischen Chorals und der Arbeit des Ensembles ‚Sonoritas’ ist es in jüngster Zeit auch gelungen, an die Tradition des gemischten Kirchenchores anzuknüpfen und sangesfreudige Gläubige der Gemeinde anzuregen, einen solchen Kirchenchor zu bilden. Gemeinsam oder alternierend mit Vokalensemble und der Schola probt der Kirchenchor seither einmal pro Woche. Bei einem Chorausflug nach Salzburg konnte er auch schon außerhalb Innsbrucks eine orchestrale Mozartmesse in gottesdienstlichem Rahmen aufführen.

Diese Tatsache zeugt von den erfreulichen Fortschritten, die neben seinem kontinuierlichen Wachstum das noch junge Bestehen des Chores seit seinen Anfängen begleiten. Neben den Gesängen in der Kirchensprache, die er selbstverständlich pflegt, ist es einem Kirchenchor leichter möglich, das volkssprachliche, Geistliche Lied angemessen in den Gottesdienst einzubringen, das den Gläubigen häufig sehr vertraut und teuer ist und dessen völliges Fehlen gerade in unserem Sprachraum auch kirchenmusikalisch eine unnatürliche Lücke wäre. Indem der Kirchenchor Mentlberg diese Lücke schließt, rundet er spürbar die musikalische Vielfalt ab, die für das Innsbrucker Apostolat der Priesterbruderschaft St. Petrus kennzeichnend, ja sprichwörtlich, ist.

Unserem Kirchenchor kommt als Gemeinschaftsaktivität nicht zuletzt auch eine wichtige gewissermaßen gesellige Aufgabe für Wachstum, Zusammenwachsen und Zusammenhalt der gottesdienstlichen Gemeinde zu.

Jederzeit begrüßen wir gern Sängerinnen und Sänger aller Stimmlagen, die unseren Kirchenchor verstärken wollen. Nach vorheriger Rücksprache mit dem Chorleiter sind am Mitsingen grundsätzlich Interessierte bei einzelnen Chorproben als Gäste – gleichsam im doppelten Wortsinn probeweise – herzlich willkommen!